Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Toxoplasmose

Dr. med. Hartmut Campe, Dr. med. Hanns-Georg Klein

Wissenschaftlicher Hintergrund

Der Erreger Toxoplasma gondii wird über zystenhaltiges (rohes und nicht ausreichend gegartes) Fleisch und die Aufnahme von kontaminierten Nahrungsmitteln (Obst, Gemüse) oder kontaminierter Erde (z.B. mit Katzenkot) übertragen. Die transplazentare Infektion des Kindes während der Schwangerschaft ist ebenfalls möglich.

Die Toxoplasmose verläuft meist asymptomatisch. Postnatal können Lymphknotenschwellungen, vor allem im Kopfbereich, auftreten. Augenbeteiligungen gelten als selten. Abhängig vom Zeitpunkt der Infektion kann die pränatale Infektion ein Kind unterschiedlich schwer schädigen. Bei asymptomatisch geborenen Kindern muss nach pränataler Toxoplasmeninfektion auf Spätmanifestationen an den Augen (Chorioretinitis) geachtet werden. Toxoplasmen können unter Immunsuppression reaktivieren und eine Enzephalitis verursachen.

Bei ca. 30% der schwangeren Frauen in Deutschland ist eine durchgemachte Toxoplasmeninfektion nachzuweisen (IgG positiv, IgM negativ). Bei ihnen wird Immunität gegen eine Toxoplasmeninfektion angenommen.