Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Spinale Muskelatrophien (SMA) bzw. "non-5q-SMA"

Dr. rer. biol. hum. S. Chahrokh-Zadeh, Dr. med. Imma Rost

Wissenschaftlicher Hintergrund

Genetisch bedingte spinale Muskelatrophien (SMA) werden verursacht durch den Untergang von Vorderhornzellen im Rückenmark. Die häufigste Form ist die SMA infolge von Deletionen (seltener Punktmutationen) des SMN1-Gens (z.B SMA1 Typ Werdning-Hoffmann). Bei V. a. SMA wird eine konventionelle Deletionssuche durchgeführt, im Einzelfall auch eine Mutationssuche.

Weitere seltene Formen, auch "non-5q-SMA" bezeichnet wurden v.a. durch Next Generation Sequencing identifiziert (s. unten stehende Tabelle). Es handelt sich um eine klinisch sehr heterogene Gruppe von Erkrankungen, bei denen teilweise auch andere Leitsymptome im Vordergrund stehen (z.B. Pontocerebelläre Hypoplasien). Im Wesentlichen werden sie charakterisiert durch Verlust von Motoneuronen im Rückenmark und im unteren Hirnstrang, Muskelschwäche und -atrophie. Die Differenzierung basiert auf das Manifestationsalter, das Muster der Muskelbeteiligung, die anatomische Lokalisation des Manifestationsschwerpunkts und das Vererbungsschema. Die grobe Kategorisierung betrifft eine Aufteilung in proximale und distale SMA (DSMA, entspricht der hereditären motorischen Neuropathie (HMN)).

Literatur

Karakaya et al. 2018 Hum Mut doi:10.1002/humu.23560. / Teoh et al. 2017 Neur Plast doi.org/10.1155/2017/6509493 / Rudnik-Schöneborn et Zerres 2017 med genetik 29:21 / Peeters et al. 2014, Brain 137:2879