Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

LEOPARD-Syndrom

Dr. rer. biol. hum. S. Chahrokh-Zadeh, Dr. rer. nat. Karin Mayer

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das LEOPARD-Syndrom oder kardiomyopathische Lentiginose ist eine seltene, autosomal-dominant vererbte Erkrankung, die 1969 erstmals von Gorlin beschrieben wurde. LEOPARD ist ein Akronym für die charakteristischen klinischen Symptome 

  • multiple Lentigines
  • elektrokardiographische Anomalien
  • okulärer Hypertelorismus
  • Pulmonalstenose
  • abnormes Genitale
  • Retardierung des Wachstums
  • Taub- bzw. Schwerhörigkeit (Deafness)

2002 wurden auch bei LEOPARD-Syndrom wie bereits bei dem teilweise klinisch überlappenden Noonan-Syndrom Mutationen im PTPN11-Gen als molekulare Ursache identifiziert. Bei etwa 90% aller LS-Patienten können Mutationen im PTPN11-Gen nachgewiesen werden, wobei diese ausschließlich zu Aminosäureaustauschen führen. Im Gegensatz zum Noonan-Syndrom kommen hier wiederkehrende spezifische PTPN11-Aminosäureaustausche vor,  die zum Verlust der katalytischen Aktivität der Nicht-Rezeptor Protein-Tyrosin-Phosphatase SHP-2 führen. Bei jeweils <5% der LS-Patienten wurden bisher Mutationen in den Proto-Onkogenen RAF1 und BRAF identifiziert. Bei weniger als 5% der Patienten kann bisher keine genetische Ursache nachgewiesen werden, wobei hier Mutationen in weiteren Genen der RAS-ERK-MAP-Kinase Signaltransduktion vermutet werden.

Literatur

Sarkozy et al. 2009, Hum Mutat 30:695 / Sarkozy et al. 2008, Orphanet J Rare Dis 3:13 / Pandit et al. 2007, Nat Genet 39:1007 / Kontaridis et al. 2006, J Biol Chem 281:6785 / Tartaglia et al. 2006, Am J Hum Genet 78:279 / Sarkozy et al. 2004, J Med Genet 41:e68 / Digilio et al. 2002, Am J Hum Genet 71:389 / Legius et al. 2002, J Med Genet 39:571 / Gorlin et al. 1969, Am J Dis Child 117:652