Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Hypochondroplasie (HCH)

Dipl.-Biol. Christina Sofeso, Dr. rer. nat. Christoph Marschall

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Hypochondroplasie (HCH) ist ein autosomal-dominant vererbtes, disproportioniertes Kleinwuchssyndrom, welches sich wie die Achondroplasie vor allem durch eine rhizomele Verkürzung der Gliedmaßen auszeichnet. Die Ausprägungsform ist jedoch deutlich milder als bei der Achondroplasie und anderen FGFR3-Erkrankungen. Bei HCH-Patienten kommt es nicht zu einer Deformation der Tibia, die Fibula ist nicht verlängert und die Wachstumskurven überlappen mit denen normaler Kinder.

Die Erkrankung wird durch pathogene Varianten im Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor 3-Gen (FGFR3) verursacht, die entweder zur direkten Aktivierung oder zur Dimerisierung des Rezeptors und somit zu dessen konstitutiver Aktivierung führen ("Gain of Function"). Über verschiedene Signaltransduktionswege kommt es zu einer Dysregulation der enchondralen Ossifikation und somit zu einer Wachstumshemmung. In etwa 60% der Patienten wird die häufigste für HCH ursächliche Variante Asn540Lys nachgewiesen.

Da schwere Fälle von Hypochondroplasie (HCH) bedingt durch Asn540Lys und milde Fälle von Achondroplasie verursacht durch Gly380Arg sich klinisch sehr ähnlich darstellen und daher leicht verwechselt werden können, werden in Stufe I der Diagnostik beide Veränderungen untersucht.

Schematische Darstellung der Domänen des FGFR3-Proteins, der Verankerung des Proteins in der Zellmembran und die Lokalisation der Mutationen im Protein

Schematische Darstellung der Domänen des FGFR3-Proteins, der Verankerung des Proteins in der Zellmembran und die Lokalisation der Varianten im Protein (modifiziert nach Hilbert et al, Monatsschr Kinderheilkd 146:687 (1998)

Literatur

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