Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Hepatitis D Virus (HDV)

Dr. med. Hartmut Campe, Dr. med. Hanns-Georg Klein

Wissenschaftlicher Hintergrund

Hepatitis D Virus (HDV) Infektionen sind nur als Super- oder Koinfektionen einer Hepatitis B Virus (HBV) Infektion möglich. Sie werden in erster Linie über Blutkontakte, seltener über Sexualkontakte erworben.

Wie nach einer Monoinfektion mit HBV sind akute und chronische Verläufe nach HDV-Infektion möglich. Superinfektionen chronisch HBV-Infizierter führen meist auch zu chronischen HDV-Infektionen.

Schneller als bei HBV-Monoinfektionen kommt es zu Spätfolgen wie Leberzirrhose (Funktionsverlust der Leber durch bindegewebigen Ersatz zerstörter Zellen) und Leberzellkarzinom.

Die HDV-Infektion wird mit der HBV-Infektion therapiert.

Die Diagnose einer HDV-Infektion erfolgt serologisch, die Viruslastbestimmung mittels PCR.

Literatur

M. Cornberg, U. Protzer, J. Petersen, H.Wedemeyer, T. Berg,W. Jilg, A. Erhardt, S.Wirth, C. Sarrazin, M. M. Dollinger, P. Schirmacher, K. Dathe, I. B. Kopp, S. Zeuzem, W. H. Gerlich, M. P. Manns. Aktualisierung der S3-Leitlinie zur Prophylaxe,
Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virusinfektion. AWMF-Register-Nr.: 021/011. Prophylaxis, Diagnosis and Therapy of Hepatitis B Virus Infection – The German Guideline. Z Gastroenterol 2011; 49: 871–930