Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Epstein-Barr-Virus (EBV)

Dr. med. Hartmut Campe, Dr. med. Hanns-Georg Klein

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) ist ein zur Familie der Herpes-Viren gehörendes DNA-Virus und der Erreger der infektiösen Mononukleose („Pfeiffersches Drüsenfieber“): Typische Symptome sind erhöhte Temperatur, Müdigkeit, Lymphknotenschwellungen, meist am Hals und Halsschmerzen ("Angina"). V.a. im jugendlichen Alter ist die EBV-Infektion eine wichtige Differentialdiagnose zu hämatologischen Erkrankungen. Das Virus infiziert B-Lymphozyten und persistiert dort lebenslang. Die Durchseuchung mit EBV in der Bevölkerung ist sehr hoch (>98%), symptomatische Manifestationen der Infektion sind nicht die Regel. Auch Reaktivierungen sind möglich, klinisch aber bei immungesunden Menschen meist unauffällig.

EBV wird zu den onkogenen Viren gezählt. Es ist assoziiert mit Burkitt-Lymphomen, Naso-Pharynx-Karzinomen, Hodgkin-Lymphomen und, besonders bei immunsupprimierten Patienten (AIDS-Patienten, Transplantat-Empfänger), mit progressiven, polyklonal-lymphoproliferativen B-Zelltumoren.

Der Nachweis einer frischen EBV-Infektion, d.h. einer(s) Mononukleose/Pfeifferschen Drüsenfiebers erfolgt serologisch.

Literatur

Medizinische Virologie

Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen

Hans W. Doerr, Wolfram Gerlich

 

2., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage 2009

760 S. , 293 Abb. , gebunden; ISBN: 9783131139627