Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Cytochrom P-450 2C9 (CYP2C9) [T88.7]

OMIM-Nummer: 601130 (CYP2C9)

Dipl.-Biol. Birgit Busse

Wissenschaftlicher Hintergrund

CYP2C9 ist am oxidativen Metabolismus verschiedener Arzneistoffe beteiligt. Wichtige Substrate von CYP2C9 sind z.B. NSARs, Antidiabetika, Cumarinderivate oder Phenytoin.

Varianten im CYP2C9-Gen sind mit einer verminderten Enzymaktivität assoziiert, wobei das Vorliegen der Allele CYP2C9*2 und CYP2C9*3 die häufigste genetische Ursache für eine Enzymdefizienz darstellt. In der kaukasischen Bevölkerung beträgt der Anteil des "langsamen Metabolisierertyps" ca. 4%, während der des "intermediären Metabolisierertyps" bei ca. 30% liegt. Beide Phänotypen können unter Normdosierung von CYP2C9-Substraten unerwünschte Arzneimittelreaktionen entwickeln. Eine Dosisreduktion (s. Abb.) kann in diesen Fällen den Therapieerfolg begünstigen.

Auswahl von Arzneimitteln, die einem differentiellen Metabolismus durch CYP2C9-Varianten unterliegen:



Empfehlungen zur Dosisanpassung:

Dosisanpassung für CYP2C9-Subtrate bei Vorliegen des CYP2C9*3-Allels. CYP2C9*3/*3: langsamer Metabolisierertyp, CYP2C9*1/*3: intermediärer Metabolisierertyp, CYP2C9*1/*1: schneller Metbolisierertyp (mod. nach Kirchheiner J et al, Clin Pharmacol Ther 77:1, 2005).

Weitere Dosisempfehlungen zu verschiedenen Wirkstoffen können den CPIC, CPNDS und DPWG Guidelines entnommen werden.

Literatur

Swen et al. 2011, Clin Pharmacol Ther 89:662 / He et al. 2011, Curr Med Chem 18:667 / Stehle et al. 2008, J Clin Pharmacokinet 47:565 / Becker et al. 2008, Clin Pharmacol Ther 83:288 / Caraco et al. 2008, Clin Pharmacol Ther 83:460 / Seeringer et al. 2008, Internist 49:877