Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Cytochrom P-450 2C19 (CYP2C19) [T88.7]

OMIM-Nummer: 609535, 124020 (CYP2C19)

Dipl.-Biol. Birgit Busse

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Enzym CYP2C19 ist am oxidativen Metabolismus zahlreicher Arzneistoffe beteiligt und stellt zudem einen alternativen Stoffwechselweg für CYP2D6-Substrate dar. Substrate von CYP2C19 sind Antidepressiva und Neuroleptika sowie Protonenpumpen-Inhibitoren und Clopidogrel. Verschiedene genetische Varianten führen entweder zu einem Verlust, einer Verminderung oder einer Steigerung der Enzymaktivität.

Das CYP2C19*2 ist das häufigste Allel in der kaukasischen Bevölkerung, das mit einer herabgesetzten Enzymaktivität assoziiert ist. Ungefähr 5% der Bevölkerung zählen zum "langsamen Metabolisierertyp", während 20% den "intermediaren Metabolisierertyp" aufweisen. Beide Phänotypen können unter Normdosierung von CYP2C19-Substraten unerwünschte Arzneimittelreaktionen entwickeln. Eine Dosisreduktion (s. Abb.) kann in diesen Fällen Nebenwirkungen mindern und damit den Therapieerfolg begünstigen. Das CYP2C19*17-Allel ist mit einem erhöhten Substrat-Metabolismus assoziiert und liegt bei ca. 20% der kaukasischen Bevölkerung vor. Dieser Phänotyp erfährt unter Normdosierung von CYP2C19-Substraten häufig keine Wirkung (Non-responder-Typ). Eine Dosisanpassung kann in diesen Fällen den Therapieerfolg verbessern.

Auswahl von Wirkstoffen, die einem differentiellen Metabolismus durch CYP2C19-Varianten unterliegen:




Weitere Dosisempfehlungen zu verschiedenen Wirkstoffen können den enstprechenden CPIC und DPWG Guidelines entnommen werden.

Literatur

Swen et al. 2011, Clin Pharmacol Ther 89:662 / Li-Wan-Po et al. 2010, Br J Clin Pharmacol 69:222 / Rudberg et al. 2008, Clin Pharmacol Ther 83:322 / Seeringer et al. 2008, Internist 49:877 / Sim et al. 2006, Clin Pharm Ther 79:103