Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Costello-Syndrom

Dr. rer. biol. hum. Soheyla Chahrokh-Zadeh, M.Sc. Anna Munzig

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das zum Formenkreis der RASopathien zählende Costello-Syndrom ist eine sehr seltene Erkrankung mit einer geschätzten Inzidenz von 1:300.000 (Vereinigtes Königreich) oder 1:1.230.000 (in Japan). Der Erbgang ist autosomal-dominant.

Für RASopathien typische Symptome wie pränatales Nackenödem, postnatal faziale Dysmorphien, Kleinwuchs, milde bis moderate mentale Retardierung und Herzfehler sind hier ebenfalls beschrieben. Als Hauptmerkmal fallen perinasal und/oder perinanal benigne kutane Papillome auf. Charakteristisch ist weiterhin die zunehmende Pigmentierung der Haut.

Bei 90% der Betroffenen fällt pränatal im Ultraschall ein schweres Polyhydramnion oder Nackenödem auf. Perinatal sind Ödeme maßgeblich verantwortlich für ein anfänglich hohes Geburtsgewicht, gefolgt von einer schweren Gedeihstörung aufgrund erheblicher Ernährungsprobleme. Bei den Herzfehlern handelt es sich im Wesentlichen um Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) und Artiumseptumdefekte in Verbindung mit Arrythmien. Das Risiko für die Entwicklung solider Tumore (hauptsächlich Rhabdomyosarkom) in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter ist auf etwa 15% erhöht.

Das einzige Gen in dem pathogene Varianten im Zusammenhang mit dem Costello-Syndrom beschrieben sind, ist HRAS. 80-90% der pathogenen Varianten betreffen die Aminosäure Glycin an Position 12 in Exon 2 des Proteins GTPase HRas, vereinzelt sind auch pathogene Varianten an anderen Aminosäurepositionen des HRAS-Gens beschrieben.

Literatur

Schøler Nørgaard et al. 2019, Ultrasound Obstet Gynecol / Chiu et al. 2017, Am J Med Genet. A173:1109 / Abe IL: International Meeting on Genetic Syndromes of the Ras/MAPK Pathway 2011 / Gripp et al. 2011, Am J Med Genet. A 155:2263 / Tartaglia et Gelb 2010, Mol Syndromol. 1:2 / Sol-Church et al. 2009, Am J Med Genet. A 149A:315 / Zampino et al. 2007, Hum Mut. 28:265 / Aoki et al. 2005, Nat Genet. 37:1038