Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Catechol-O-Methyltransferase (COMT) [T88.7]

OMIM-Nummer: 116790 (COMT)

Dipl.-Biol. Birgit Busse, Dr. rer. biol. hum. Katrin Goldmann

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Phase II-Enzym COMT katalysiert die Übertragung von Methylgruppen auf endogene und exogene Catechole und ist damit an deren Inaktivierung beteiligt. Das Enzym ist maßgeblich an der Degradation von catecholaminergen Neurotransmittern wie Dopamin und Norepinephrin (NE) beteiligt, wodurch die verfügbare Menge dieser Stoffe im Körper reguliert wird.

Das COMT-108/158 Val-Allel ist mit einer hohen, das 108/158 Met-Allel mit einer niedrigen Enzymaktivität assoziiert. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass der COMT-V108/158M-Polymorphismus einen Einfluss auf die Wirksamkeit bestimmter Medikamente (z.B. Mirtazapin, Methylphenidat) hat. COMT spielt eine wichtige Rolle im Abbau catecholaminhaltiger Notfallmedikamente (z.B. Epinephrin) oder Parkinson-Therapeutika (z.B. Dopamin). Zudem scheint der COMT-108/158-Polymorphismus einen Einfluss auf das Ansprechen von Antispychiotika zu zeigen, wobei es wirkstoffabhängig ist, welches Allel  mit einer besseren Therapiewirksamkeit assoziiert ist.

Die Analyse des Polymorphismus erfolgt auschließlich zur Abklärung der Enzymaktivität im Kontext des Medikamentenstoffwechsels.

Literatur

Ho and Weinshilboum, Clin Pharmacol Ther. 2019 Aug; 106(2): 281  / Huang et al., Int J Neuropsychopharmacol. 2016 Apr 29;19(5) / Witte and Flöel,  Brain Res Bull. 2012 Aug 1;88(5):418