Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Cytomegalie-Virus (CMV)

Dr. med. Hartmut Campe, Dr. med. Hanns-Georg Klein

Wissenschaftlicher Hintergrund

CMV gehört zur Gruppe der Herpes-Viren und kommt ubiquitär vor. In der Regel verläuft die Infektion inapparent, in wenigen Fällen findet man eine mononukleoseartige Erkrankung, eine Begleithepatitis ist möglich. Der Durchseuchungsgrad in der Bevölkerung liegt bei etwa 40-50%. Bei Erstinfektion in der Schwangerschaft können schwere, u.a. neurologische Schäden des Kindes auftreten. Die Zytomegalievirusinfektion ist weltweit die häufigste connatale Infektion. Das Virus persistiert lebenslang in der Speicheldrüse, der Lunge, den Nieren und den Leukozyten, wodurch es vor allem bei immunsupprimierten Patienten (z.B. AIDS oder Z.n. Organ- oder Knochenmarktransplantation, Tumorpatienten) zu einer Reaktivierung mit schweren, generalisierten Verläufen (Retinitis, Gastroenteritis, Hepatitis, Enzephalitis, Pneumonie) kommen kann.

Infektionen lassen sich mit Antikörperdiagnostik (CMIA, ELISA) nachweisen. In den ersten Lebenswochen erfolgt die Diagnostik am besten aus dem Urin oder der Rachenspülflüssigkeit. Zu den klassischen Direktnachweisverfahren des Virus gehören Virusanzucht aus Urin, Speichel, Biopsiematerial, Zervikalsekret sowie Blut. Molekularbiologische Verfahren ermöglichen den (quantitativen) Nachweis von Virus-DNA mittels PCR und Sondenhybridisierung.

 

 

Literatur

Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen
S2k-Leitlinie, AWMF Registernummer 0093/001 (2014)