Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Angeborene Fehlbildung der Nieren und ableitenden Harnwege (CAKUT) [Q63.9]

Dr. med. Sandra lken, Dipl.-Biol. Christina Sofeso

Wissenschaftlicher Hintergrund

Angeborene Fehlbildungen der Nieren und ableitenden Harnwege (congenital anomalies of the kidney and urinary tract, CAKUT) werden bei ca. 3-6:1.000 Neugeborene beobachtet und sind die Hauptursache für chronisches Nierenversagen im Kindesalter. CAKUT umfasst ein großes Spektrum an strukturellen und funktionellen Malformationen, was zu einer defekten Morphogenese der Nieren und/oder ableitenden Harnwege führt; das phänotypische Spektrum reicht von vesikoureteralem Reflux bis hin zur Nierenagenesie. CAKUT wird sowohl isoliert beobachtet als auch in Zusammenhang mit komplexen Fehlbildungssyndromen.

In etwa 6% der sind numerische Veränderungen ganzer Chromosomen ursächlich, sodass CAKUT z.B. bei den Trisomien 13, 18, 21 oder dem Ullrich-Turner Syndrom auftritt. Copy number variations (Mikrodeletionen oder -duplikationen) treten bei etwa 10-15% der CAKUT-Patienten auf; die chromosomalen Banden 1q21.1, 16p11.2, 17q12 und 22q11.2 zeigen sich dabei am häufigsten betroffen. In weiteren 10-20% der CAKUT-Patienten können pathogene Veränderungen einzelner Gene detektiert werden. Es konnten ursächliche Varianten in etwa 50 Genen identifiziert werden, die mit CAKUT assoziiert sind, wobei das HNF1B- und PAX2-Gen am häufigsten betroffen sind (ca. 5% der Fälle).

Entsprechend der klinischen Symptomatik ist in einigen Fällen die Anforderung eines entsprechenden Subpanels sinnvoll:

Literatur

Kosfeld et al. 2018, medgen 30:448 / Bockenhauer et Jaureguiberry 2016, Pediatr Nephrol 31:707 / Verhave et al. 2016, Am Soc Nephrol 27:345 / Bergmann et al. 2011, J AM Soc Nephrol 22:2047 / Saisawat et al. 2011, Kidney Int 81:196