Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

SARS-CoV-2 Reihenuntersuchung in Neuried

In Kooperation mit der Gemeinde Neuried, dem Biotech-Unternehmen Mikrogen, dem Biotech Cluster BioM und dem Medizinischen Versorgungszentrum Martinsried (MVZ) wurden am 03. und 04. Juli über 900 Neurieder Bürger auf das neuartige Coronavirus getestet. Untersucht wurde sowohl, ob eine akute Erkrankung vorliegt, als auch, ob eine SARS-CoV-2 Infektion bereits überstanden wurde. Ziel der Reihenuntersuchung war es, den Immunstatus der Bevölkerung abzufragen und die mögliche Dunkelziffer zu untersuchen und gleichzeitig einen Ernstfall zu simulieren, wie zukünftig solche Reihenuntersuchungen schnell, effizient und IT-gestützt durchgeführt werden könnten.

Nach dem Einchecken nahmen die Probanden vor den Testkabinen Platz

 

Für den Direkterregernachweis wurde bei dieser Testaktion die Next-Generation-Sequencing Methode gewählt. Dieses moderne Verfahren ermöglicht einen extrem hohen Durchsatz. Durch die parallele Sequenzierung können die Abstriche aus dem Nasen- oder Rachenbereich nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger erfolgen. Die Methode bietet sich so besonders bei flächendeckenden Ausbrüchen an. Um allerdings nur eine einzelne Probe auszuwerten, wäre sie zu teuer. In diesem Fall sollte man auf eine herkömmliche PCR-Analyse zurückgreifen.
Um zu überprüfen, ob die Sequenzierung richtig funktioniert, wurden bei der Pilotstudie auch ein paar positive Proben miteingeschleust. Die Testergebnisse erhielten die Probanden innerhalb von 48 Stunden auf die vorher installierte Smartphone-App „LabRes“, welche von dem Berliner Start-Up Unternehmen Healthmetrix entwickelt wurde. Die App ermöglicht eine sichere und anonyme Datenverarbeitung. Für die Registrierung vor Ort musste lediglich der QR-Code der Teststelle eingescannt werden, sowie den Barcode, der auf dem Test-Kit der Probe abgebildet ist. Da eine Zuordnung des Testergebnisses ausschließlich über den QR-Code und den Barcode erfolgt, müssen die Probanden sich nicht in der App registrieren bzw. weitere Daten preisgeben. Das Testergebnis wurde via Push-Nachricht übermittelt.
Sollte ein Proband positiv auf den Direkterregernachweis getestet werden, ist er/sie dazu verpflichtet sich umgehend beim zugehörigen Gesundheitsamt zu melden. Wenn das System tatsächlich zum Einsatz kommt, wäre es aber auch denkbar, dass die Ergebnisse direkt an das Gesundheitsamt weitergeleitet werden.
Bei keinem der Probanden konnte eine akute Infektion nachgewiesen werden. Weniger als zwei Prozent wiesen Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus nach auf, womit der Wert leicht unter dem Bundesdurchschnitt liegt.