Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Autoantikörperdiagnostik bei systemischen Autoimmunerkrankungen und Vaskulitiden

Autoimmunerkrankungen haben eine komplexe Pathogenese: Genetische Prädisposition, Komplement- und Immundefekte, Expansion autoreaktiver T-Zellen nach Gewebszerfall, molekulares Mimikri, Bildung von Neoantigenen etc. Am Ende der autoreaktiven Sensibilisierung steht jedoch in der Regel die Produktion spezifischer Autoantikörper, die am besten in einem labordiagnostischen Stufenprozess nachgewiesen und differenziert werden. Nicht alle sind jedoch krankheitsspezifisch, insbesondere bei nur schwach positivem Ergebnis der Suchteste.

Die Diagnostik von systemischen Autoimmunerkrankungen beginnt mit dem immunfluoreszenzmikroskopischen Nachweis (IFT) von antinukleären Antikörpern (ANA), bei deutlich positivem Ausfall gefolgt von Elia-Testen wie Antikörper gegen dsDNA und ENA-Screen, letzterer ggf. mit weiterer Differenzierung in die spezifischen Einzel-Antikörper-Bestimmungen. Die Diagnostik der Vaskulitiden kleiner Gefäße beginnt mit dem IFT-Nachweis von antineutrophilen zytoplasmatischen Antikörpern (ANCA), je nach Fluoreszenzmuster und Ergebnis der Suchteste gefolgt von Elia-Bestätigungstesten für PR3- und MPO-ANCA.

Mittlerweile steht eine komplette Stufendiagnostik ggf. auch unter Einbeziehung noch weiterführender Untersuchungsverfahren zur Abklärung unklarer Antikörper-Befunde zur Verfügung. Die Antikörperbestimmungen können sowohl einzeln als auch als kompletter Stufenprozess (bei Erstuntersuchung und positiven Suchtesten empfohlen) angefordert werden. Zusätzlich stehen genetische Teste als Risikofaktoren z.B. HLA-Antigene zur Verfügung.

Für Sie zusammengefasst, finden Sie untenstehend weiterführende Informationen zu Autoimmunerkrankungen und Vaskulitiden.

 

Fachinformation 69
Autoantikörper-Stufendiagnostik bei Autoimmunerkrankungen
herausgegeben im März 2020

Fachinformation 70
ANCA-Diagnostik bei Vaskulitiden
herausgegeben im März 2020