Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)

Seit Ende 2019 werden in China Infektionen in der Region Wuhan beschrieben, die von einem „neuen“ Coronavirus hervorgerufen werden. Seither hat die Verbreitung dieses Erregers weiter zugenommen und es sind Infektionen in mehreren Ländern Asiens, aber auch in Einzelfällen in Frankreich, USA, Großbritannien und jüngst auch in Deutschland beschrieben worden. Die Fallzahlen steigen vor allem in China weiter an.
Die Symptomatik ähnelt der anderer respiratorischer Infektionen wie z.B. einer Infektion mit Influenzavirus. Die Morbidität und Letalität sind aus der bisherigen Datenlage nur schwer einzuschätzen. Basierend auf chinesischen Angaben zeigen ca. 10% der Infizierten einen klinisch schweren Verlauf. Wie bei anderen Atemwegserkrankungen, sind auch bei einer Infektion mit dem Erreger 2019-nCoV Patienten mit chronischen Erkrankungen oder höherem Lebensalter von den schweren Verläufen häufiger betroffen.
Die Übertragung dieses Erregers erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Die Infektion kann mittels molekularbiologischer Methoden nachgewiesen werden. Für die Bundesrepublik Deutschland besteht nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts und des Gesundheitsministeriums nur ein sehr geringes Risiko. Auf der Homepage des RKI können Sie eine Falldefinition einsehen.


Labordiagnostischer Nachweis

Für eine labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem 2019-nCoV stehen derzeit noch keine kommerziellen Tests zur Verfügung. Der direkte Nachweis von 2019-nCoV mittels RT-PCR erfolgt gegenwärtig im Konsiliarlabor für Coronaviren (Institut für Virologie der Charité Berlin). Aufgrund der Vielzahl an respiratorischen Erkrankungen werden im Konsiliarlabor nur Proben von Personen untersucht, die folgende klinische und anamnestische Voraussetzungen erfüllen:

  • Personen mit klinischem oder radiologischem Hinweis auf akute Infektion der unteren Atemwege (z. B. Pneumonie oder Akutes Atemnotsyndrom) und Aufenthalt im Risikogebiet (z. B. in   Wuhan, China) bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.
  • Personen mit respiratorischen Symptomen von beliebiger Schwere, die Kontakt zu einem bestätigten 2019-nCoV-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn hatten.

Ein serologischer Nachweis von Antikörpern gegen das neuartige Coronavirus ist aktuell nicht verfügbar.


Untersuchungsmaterial
Für den direkten Erregernachweis von 2019-nCoV werden Proben parallel aus den oberen (Naso-/Oropharynx-Abstrich) und den tiefen Atemwegen (Sputum/BAL/Trachealsekret) benötigt. Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden (trockener Abstrich, keine Agar-Tupfer). Die entsprechenden Abnahmesysteme (z. B. Tupfer für Influenza- und Pertussis-PCR, Sputumröhrchen) können im Labor angefordert werden. Weitere Informationen zum neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) finden Sie unter www.rki.de/ncov.

Sollten Sie Fragen zur Diagnostik des neuen Coronavirus haben, können Sie sich gerne an uns wenden.