Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Histologische Aufarbeitung und Färbung von Gewebeproben

Ziel aller histologischen Färbemethoden ist die Darstellung von verschiedenen Zell- und Gewebestrukturen an Formalin-fixiertem, Paraffin-eingebettetem Gewebe. Grundsätzlich wird hier die unterschiedliche Affinität der Farbstoffe für die jeweiligen Strukturen im Gewebe genutzt, um basophile, azidophile oder neutrophile Strukturen nachzuweisen. Basophile Elemente wie z.B. der Zellkern tragen eine negative (anionische) Ladung und können durch basische Farbstoffe nachgewiesen werden. Wohingegen azidophile Strukturen mit positiver Ladung durch saure Farbstoffe gefärbt werden. Da es sich bei den meisten verwendeten Farbstoffen um wässrige Lösungen handelt, müssen die Präparate vor der eigentlichen Färbung entparaffiniert werden. Anschließend wird das Gewebe in einer Alkoholreihe hydriert, gefärbt und für die spätere dauerhafte Lagerung der Präparate (Dauerpräparat) durch Dehydrierung und Verwendung eines Eindeckmediums konserviert.

Die Hämatoxylin-Eosin-Färbung (kurz HE-Färbung) ist die wichtigste Routinefärbung in der Histologie und wird zum Nachweis feinster Gewebestrukturen herangezogen. Das Hämatoxylin ist ein basischer Farbstoff, der durch seine Affinität unter anderem den Nachweis von Zellkernen im Gewebe ermöglicht, der saure Farbstoff Eosin färbt dagegen alle azidophilen Strukturen, wie z.B. das Zytoplasma und Zellplasmaproteine im Gewebe an.

Weitere wichtige histologische Färbemethoden sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.


Eine Erweiterung zu den Standardfärbungen stellt die Immunhistochemie dar, die dem Nachweis von Antigenen in Zellen und Geweben dient.

Literatur

Mulisch 2014, Verfahren der Immunlokalisation, Springer Spektrum Wiesbaden / Welsch und Deller 2010, Lehrbuch der Histologie, © Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag München / Lang 2006, Histotechnik, Springer-Verlag Wien