Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Primäre Immundefizienz (PID) in Usbekistan – BMBF erteilt Zusage für Fördergelder

Die Behandlung von Primären Immundefizienzen hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. In Usbekistan allerdings sind die Technologien und das Wissen diesbezüglich noch nicht so weit ausgebaut. Das gemeinsame Forschungsprojekt des Centrums für Chronische Immundefizienz (CCI) in Freiburg, des MVZ Martinsried und des Forschungsinstituts für Hämatologie und Bluttransfusion (IHBT) in Usbekistan hat Mitte Mai 2018 die Zusage für Fördergelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten. Das Ziel des gemeinsamen Forschungsprojektes ist es, die Strategien zur Verbesserung der Diagnostik und der Therapie von Patienten mit Primären Immundefekterkrankungen in Usbekistan zu entwickeln.

Primäre Immundefekterkrankungen (PID) sind seltene Erkrankungen, bei welchen die Funktion des Immunsystems aufgrund eines angeborenen, genetischen Defekts gestört ist. Zurzeit sind ca. 300 verschiedene derartige Genveränderungen bekannt. Betroffene Personen leiden häufiger an Infektionen, die schwerwiegender und langanhaltender als gewöhnlich sind. Zudem können solche Patienten häufiger an Autoimmunerkrankungen, Allergien oder Krebs erkranken.     

Gemäß der Europäischen Gesellschaft für Primäre Immundefizienz (ESID) sollte jeder Mensch, der mit einem defekten Immunsystem geboren wird, vom aktuellen klinischen und wissenschaftlichen Fortschritt profitieren können. Die rasante Entwicklung im immunologischen und molekulargenetischen Sektor hat deutlich dazu beigetragen, verantwortliche Genmutationen besser identifizieren zu können.

In Usbekistan ist die diagnostische Expertise für immunologische und genetische Erkrankungen noch nicht so weit ausgeprägt. Deswegen soll bei diesem BMBF-Projekt sowohl das Verständnis als auch das Bewusstsein für PID geschärft sowie eine verbesserte Diagnostik und Therapie ermöglicht werden.

Geplant ist dabei an erster Stelle, die Gesundheitsversorgung von Patienten mit primären Immundefekten zu verbessern. Dies soll durch den wissenschaftlichen und klinischen Austausch zwischen deutschen und usbekischen Institutionen/Zentren erreicht werden. Außerdem sollen junge, usbekische Wissenschaftler und Ärzte durch Schulungen und Workshops in der klinischen Immunologie gefördert sowie ein Diagnostiklabor für PID in Usbekistan etabliert werden.