Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Zika-Virus

Dr. med. Hartmut Campe, Dr. rer. nat. Franziska Arnold

Epidemiologische Daten legen den dringenden Verdacht eines Zusammenhangs zwischen Zikavirus- Infektionen während des ersten Drittels der Schwangerschaft und Mikrozephalien (Missbildung des Gehirns) bei Föten und Neugeborenen nahe.

Das Zikavirus wird durch Stiche der Tigermücke auf den Menschen übertragen. Neuere Erkenntnisse bestätigen die sexuelle Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch. Zu den Endemiegebieten zählen vorwiegend die Karibik, Zentralamerika, Südamerika und der pazifische Raum.

Die Infektion verläuft in der Regel recht milde. Symptome entwickelt nur eine von fünf infizierten Personen. Dazu gehören Hautausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen, Konjunktivitis, seltener Muskel- und Kopfschmerzen oder Erbrechen. Bereits nach wenigen Tagen klingen die Symptome wieder ab. Dagegen stellt nach heutigem Stand des Wissens die Infektion in der Frühschwangerschaft ein Risiko für die ungeborenen Kinder dar, mit einer Gehirnmissbildung auf die Welt zu kommen.

Bei entsprechender Reiseanamnese, bestehender Schwangerschaft und den Symptomen einer Infektion kann eine Untersuchung von (zukünftiger) Mutter und Partner auf Zikavirus RNA zur Infektionsabklärung sinnvoll sein. In den ersten Tagen (bis Tag 7) lässt sich eine Infektion im Blut und Urin direkt nachweisen. Ab Tag 8 (bis Tag 27) nach Symptombeginn wird eine PCR nur aus Urin empfohlen (Empfehlungen des Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin). Der Infektionsstatus kann mittels Antikörpernachweis ermittelt werden.

Literatur

Johansson et al. N Engl J Med 2016; 375:1/ Petersen et al. N Engl J Med 2016; 374:1552/
www.bnitm.de/aktuelles/mitteilungen/954-empfehlungen-zur-diagnostik-der-zika-virus-infektion/