Ahornsirupkrankheit (MSUD)

Dipl.-Biol. Birgit Busse

Wissenschaftlicher Hintergrund

Bei der Ahornsirupkrankheit (maple syrup urine disease, MSUD) handelt es sich um eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung, die durch einen Defekt des alpha-Ketosäuren-Dehydrogenase-Komplexes (BCKAD-Komplex) bedingt ist, der den Abbau der verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin vermittelt. Durch den Defekt kommt es zur Akkumulation verzweigtkettiger Aminosäuren. Die Erkrankung ist mit einer Inzidenz von ca. 1:150.000 selten und wird durch pathogene Varianten in den Genen BCKDHA, BCKDHB und DBT, die für drei der vier enzymatisch wirksamen Untereinheiten des BCKAD-Komplexes codieren, verursacht. BCKDHA codiert für die E1a-Untereinheit, BCKDHB für E1b und DBT für die Untereinheit E2.

Je nach Variante unterscheidet man

  • Typ Ia (BCKDHA-Gen),
  • Typ Ib (BCKDHB-Gen) und
  • Typ II (DBT-Gen).

Klinische Symptome treten je nach Form bereits in den ersten Lebenswochen und den frühen Kindheitsjahren auf. Die klassische Form der Ahornsirupkrankheit manifestiert sich bereits in den ersten Lebenswochen mit unspezifischen Symptomen (Trinkschwäche, Erbrechen, komatöse Zustände, Hirnödem). Die intermediäre Form geht häufig mit einer Entwicklungsverzögerung einher. Bei katabolem Stress können akute Stoffwechselentgleisungen auftreten. Der Urin der Patienten hat einen charakteristischen Geruch.

Die Diagnostik der Ahornsirupkrankheit ist Teil des Neugeborenen-Screenings. Bei positivem Befund kann die Diagnose molekulargenetisch bestätigt werden. Durch die Möglichkeit der frühzeitigen Erkennung und einer Therapie mit entsprechender Diät ist die Prognose der Erkrankung günstig.

Literatur

Frazier et al. 2014, Mol Genet Metab 112(3):210 / Strauss et al., GeneReviews® [Internet]. Seattle (WA): University of Washington, Seattle; 1993-2019


V.a. Ahornsirupkrankheit

Ü-Schein Muster 10 mit folgenden Angaben

  • Diagnose: Ahornsirupkrankheit
    (ICD-10 Code: [E70.0], [E70.01])
  • Auftrag: Molekulargenetische Analyse der Gene BCKDHA (Typ Ia), BCKDHB (Typ Ib), DBT (Typ 2)

Hinweis:
Schriftliche Einwilligungserklärung gemäß GenDG erforderlich

1 ml EDTA-Blut