Labor MVZ Martinsried
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Multiplex Ligation-dependent Probe Amplification (MLPA)

Die MLPA zur Detektion von Dosisunterschieden von bis zu 50 verschiedenen Nukleinsäurefragmenten in einem Ansatz wurde erstmals 2002 beschrieben (Schouten et al., Nucl Acids Res 30:12e57). In dieser Arbeit wurde die Kopienzahl von 40 Loci im menschlichen Genom durch simultane relative Quantifizierung bestimmt. Die Menge der sequenzspezifisch hybridisierten und ligierten Oligonukleotide ist dabei proportional zur Kopienzahl der Ziel-Sequenz. Die Amplifikationsprodukte werden anschließend durch Kapillarelektrophorese nach Größe getrennt. Dosisunterschiede sind durch Reduktion oder Vergrößerung der Peakhöhen und -flächen erkennbar. Mittlerweile sind mehr als 300 verschiedene MLPA-Kits zur Detektion von Deletionen/Duplikationen einzelner Exons von Genen, Genbereichen, ganzer Gene, Chromosomenbereiche und ganzer Chromosomen kommerziell verfügbar (z.B. von MRC-Holland). Inzwischen wurden auch Varianten des Grundprinzips entwickelt: RT-MLPA (Reverse Transkriptase MLPA), die für mRNA Profiling eingesetzt wird; Methylierungsspezifische MLPA (MS-MLPA), die sowohl zur Bestimmung der Kopienzahl als auch zur Analyse des Methylierungsmusters (Detektion von Imprinting-Defekten) und zur Analyse von Tumoren eingesetzt wird.