Labor MVZ Martinsried
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MVZ Martinsried -
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Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors aus mütterlichem Blut

|   Aktuelles

Das MVZ Martinsried bietet Schwangeren mit dem Blutgruppenmerkmal »Rhesus negativ« ab dem 1. Juli 2021 die Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors aus mütterlichem Blut als Vorsorgeuntersuchung an.

Was ist eine nicht-invasive fetale RhD-Bestimmung?

Mit der nicht-invasiven Bestimmung des fetalen Rhesus-Faktors (RhD) können RhD negative Schwangere ihr Blut auf den RhD des ungeborenen Kindes untersuchen lassen. Der Großteil der Bevölkerung in Deutschland besitzt das RHO-Gen und ist damit serologisch RhD-positiv. Etwa 17% der Schwangeren in Deutschland sind RhD-negativ. 

Notwendigkeit der Untersuchung

Für RhD-negative Frauen besteht in der Schwangerschaft die Gefahr einer  RhD-Sensibilisierung beim Kontakt des mütterlichen Immunsystems mit RhD-positiven Erythrozyten. 

In jeder Schwangerschaft kommt es zum Übertritt der fetalen Erythrozyten in den mütterlichen Blutkreislauf, entweder ohne äußere Einwirkung oder durch Eingriffe wie etwa eine Fruchtwasseruntersuchung. Mit der Steigerung der Menge an Erythrozyten im Verlauf der Schwangerschaft nimmt die Gefahr einer RhD-Sensibilisierung ab dem 3. Trimenon zu. 

Ist der Vater RhD-negativ, besteht die Gefahr einer RhD-Sensibilisierung nicht. Heterozygote Merkmalsträger vererben das RhD-Merkmal mit 50%-iger Wahrscheinlichkeit. Daraus resultiert, dass insgesamt ca. 35-40% der RhD-negativen Schwangeren in Deutschland ein RhD-negatives Kind auf die Welt bringen und somit ohne fetale RhD-Bestimmung unnötig eine Rhesusprophylaxe bekommen würden. Mit der Änderung der Mutterschaftsrichtlinien vom 20. August 2020 soll jeder RhD-negativen Schwangeren mit einer Einlingsschwangerschaft die Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors aus mütterlichem Blut angeboten werden. 

Methode

  • Nachweis zellfreier fetaler DNA aus mütterlichen Plasma
  • Analyse der RHO-Sequenzen mittels Real-Time PCR mit drei Zielregionen (Exons), um möglichst viele Varianten des RHO-Gens zu detektieren
  • Test (CE-IVD Produkt) mit hoher diagnostischer Sensitivität (>99%) und Spezifität (>98%)

Wann wird die Untersuchung durchgeführt?

Die Untersuchung kann frühestens ab der 12. Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführt werden. Wir empfehlen jedoch eine Bestimmung des fetalen RhD-Merkmals erst ab der 19. SSW, um die Möglichkeit eines falsch-negativen Ergebnisses zu reduzieren. 

Ein RhD-negatives Ergebnis, das vor der 19. SSW erzielt wurde, muss durch eine Wiederholung der Analyse nach der 17. SSW bestätigt werden. Ein RhD-positives Ergebnis kann bereits ab der 12. SSW als endgültig betrachtet werden.

Kosten

  • Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (Überweisungsschein Muster 10)
  • Preis (GOÄ) 134,07€

Weitere Informationen zur Diagnostik sowie zur Anforderung finde Sie auf unserer Seite zur nicht-invasiven Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors.

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