Das Lungenkarzinom ist weltweit die häufigste zum Tode führende Tumorerkrankung. Dabei leiden rund 80% der Lungenkarzinompatienten an einem nichtkleinzelligem Karzinom (NSCLC). Dieses wird häufig erst in einem späten, inoperablen Tumorstadium entdeckt. Auch neu entwickelte Chemotherapie Regime beeinflussen die Überlebenszeit kaum. Das mediane Überleben liegt bei 8-10 Monaten. Die 5-Jahre-Überlebensrate liegt bei weniger als 15%. Neue Therapiestrategien mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) richten sich gegen Wachstumsfaktor-Rezeptoren, die häufig in epithelialen Tumoren exprimiert sind. Der epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) ist eine Tyrosinkinase, die durch die Bindung eines Liganden aktiviert wird und zur Aktivierung des Akt, Erk-Signalweges führt. EGFR-TKIs wie Gefitinib (Iressa) und Erlotinib (Tarceva) konkurrieren mit ATP um die Bindung in der Tyrosinkinasetasche des Rezeptors und inhibieren somit die Tyrosinkinaseaktivität als auch den EGFR-Signalweg. Ein Teil der Patienten mit einem NSCLC profitieren von einer Zweitlinien-Therapie mit diesen EGFR-TKIs. Diese Patienten tragen somatische, aktivierende Mutationen im EGFR-Gen im Tumorgewebe. Der Nachweis einer Mutation im EGFR-Gen des Tumorgewebes gilt somit als wichtiger positiver prädiktiver Faktor für ein Therapieansprechen. Die Mutationsrate von EGFR-Mutationen wird mit etwa 13-15% angegeben. Besonders häufig sind sie bei Adenokarzinomen, Frauen und Nichtrauchern zu erwarten. Sie finden sich zu 9% in Exon 18, 51% in Exon 19, 18% in Exon 20 und 22% in Exon 21 des EGFR-Gens. Diese Mutationen führen meist zu einer konstitutiven Autophosphorylierung der EGFR-Tyrosinkinase mit konsekutiver Aktivierung verschiedener Signalwege. Die meisten therapierelevanten Mutationen sind mit einem Ansprechen auf EGFR-TKI assoziiert. Jedoch führen ca. 5% der EGFR-Mutationen zu einer sekundären Therapieresistenz auf EGFR-TKI. Die EGFR-Mutationsanalyse gilt vor einer Behandlung von NSCLC mit einem EGFR-TKI derzeit nicht als Standard, kann aber bei ausgewählten Patienten eine Entscheidungshilfe sein, da die Mehrzahl der Patienten mit EGFR-Mutationen von einer Therapie profitieren. Auch Sollte eventuell der KRAS-Mutationsstatus analysiert werden, da Patienten mit einer KRAS-Mutation ein Nichtansprechen gegenüber TKI zeigen.