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Cytochrom P450 2D6 (CYP2D6) [T88.7]

OMIM-Nummer: 608902, 124030

Dipl. - Biol. Birgit Busse

 

Wissenschaftlicher Hintergrund

CYP2D6 ist am Metabolismus von ca. 20 - 30% der gebräuchlichsten Arzneistoffe, wie z.B. Psychopharmaka, Neuroleptika und Betablocker beteiligt. Auch die Wirksamkeit von Tamoxifen zeigt eine Assoziation zum CYP2D6-Genotyp. Verschiedene Varianten im CYP2D6-Gen führen zu einer verminderten oder fehlenden Enzym-Aktivität, wodurch phänotypisch der "intermediäre" bzw. "langsame Metabolisierertyp" entsteht.  Bei beiden Phänotypen können unter Normdosierung von CYP2D6-Substraten unerwünschte Arzneimittelreaktionen auftreten. Eine Dosisreduktion (s. Abb.) kann hier zur Minderung von Nebenwirkungen führen und damit den Therapieerfolg begünstigen. In der mitteleuropäischen Bevölkerung sind die Allele CYP2D6*3, *4, *5, *6 *9  und *41 von besonderer Relevanz. Der Anteil des "langsamen Metabolisierertyps" innerhalb der kaukasischen Bevölkerung beträgt ca. 7%, der des "intermediären Metabolisierertyp" ca. 40%.

Der "ultraschnelle Metabolisierertyp" (CYP2D6*XN-Allel)  weist eine erhöhte Enzymaktivität auf und ist mit Therapie-Resistenzen assoziiert. Unter Normdosierung von CYP2D6-Substraten wird häufig keine ausreichende Wirkung  erzielt (Non-responder-Typ; Inzidenz ca. 3%). Eine Dosiserhöhung kann in diesen Fällen den Therapieerfolg begünstigen.

Auswahl von Kardiaka, die einem differentiellen Metabolismus durch CYP2D6-unterliegen
Auswahl von Psychopharmaka, die einem differentiellen Metabolismus durch CYP2D6 unterliegen
Auswahl von Beta-Blockern, die einem differentiellen Metabolismus durch CYP2D6 unterliegen.

Empfehlung zur Dosisanpassung:

 

 

Für einige Wirkstoffe aus dem Bereich der Antidepressiva und Neuroleptika sind bereits Empfehlungen für Dosisanpassungen anhand des Metabolisierertyps vorhanden. Nach Kirchheiner et al, Mol Psych 9:442 (2004).

 

 

Indikation

Arzneimittelunverträglichkeiten oder mangelnde Arzneimittelwirkung unklarer Genese.

 

Anforderung

Ü-Schein Muster 10 mit folgenden Angaben

  • Ausnahmekennziffer: 32010 
  • Diagnose/Verdachtsdiagnose: Arzneimittelunverträglichkeit        (ICD-10 Code: [T88.7])
  • Auftrag: Stufe I: Genoypisierung Exons 1,3-6* CYP2D6-Gen
    und/oder Stufe II: Mutationssuche** CYP2D6-Gen
  • Diagnose/Verdachtsdiagnose: Therapieresistenz (ICD-10 Code: [T88.7])
  • Auftrag: Nachweis CYP2D6*XN-Allel

Hinweis: Schriftliche Einwilligungserklärung gemäß GenDG erforderlich

Bitte vermerken Sie auf der Anforderung, welche Medikamentenkombination eingenommen wurde und welcher Art die Unverträglichkeit war.

*CYP2D6 - Stufe I: CYP2D6 *3,*4,*5,*6,*7,*8,*9,*10, *14,*19,*38,*41,

**CYP2D6 - Stufe II: Komplettsequenzierung CYP2D6-Gen

 

Material

1 ml EDTA-Blut

 

Methode

Aus genomischer DNA werden die entsprechenden Abschnitte des CYP2D6-Gens amplifiziert. Der Nachweis von Mutationen oder Polymorphismen erfolgt durch Gelelektrophorese bzw. direkte DNA-Sequenzanalyse der Amplifikationsprodukte.

 

Dauer der Untersuchung

ca. 2 Wochen

 

Kosten

auf Anfrage

 

Literatur

Swen et al, Clin Pharmacol Ther 89:662 (2011) / De Gregori et al, Curr Drug Metab 11:276 (2010)/ Neafsey et al, J Tox Env Health Part B, 12:334 (2009)/Goetz et al, Clin Phar Ther  83:160 (2008)/ Seeringer et al, Internist 49:877 (2008)

  

 
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 aktualisiert am:  24.09.12