Dr. med. Hanns-Georg Klein
Herpes simplex-Virus 1 und 2 sind DNA-Viren und gehören wie Varizella Zoster, CMV und EBV zur Familie der Herpes-Viren. Eine HSV-Infektion kann als Primärinfektion auftreten, die in > 90% der Fälle klinisch unauffällig bleibt oder auch als Rezidiv (Reaktivierung). Alle Herpesviren persistieren trotz Anwesenheit von neutralisierenden Antikörpern lebenslang im Nervengewebe des Organismus.
Der PCR-Nachweis von HSV im Liquor ist inzwischen zum Standard bei der Diagnostik der Herpes-Enzephalitis geworden. Das Monitoring von HSV-DNA im Blut hat prognostische Bedeutung bei HSV-Reaktivierung nach Knochenmarktransplantation, wenn HSV mit dem Transplantat übertragen wurde. Auch bei der Transplantat-Abstoßung von Cornea-Grafts scheint HSV, wenn es mit dem Transplantat übertragen wurde, beteiligt zu sein.
Zu den klassischen Nachweisverfahren des Virus gehören Virusanzucht aus Bläschen-Punktat oder -Abstrich, Läsionen, Liquor, Biopsiematerial etc., KBR, ELISA und IFT. Molekularbiologische Verfahren ermöglichen den Direktnachweis von Virus-DNA mittels PCR und Sondenhybridisierung und sind in der Regel schneller und sensitiver.
Patienten mit V.a. Herpes-Enzephalitis, Transplantatempfänger und immunsupprimierte Patienten mit V.a. HSV-Reaktivierung, HSV-Monitoring nach Knochenmarktransplantation
Bläschen-Punktat oder -Abstrich, Läsionen von Cornea, Naso-Pharynx, Vulva, Cervix etc, Urin, Liquor
Aus dem Untersuchungsmaterial (Bläschen-Punktat oder -Abstrich, Läsionen, Urin, Liquor etc.) wird Virus-DNA isoliert, mittels real-time PCR amplifiziert und die Signale unter Verwendung von positiven und negativen Kontrollen ausgewertet (LightCycler-Assay der Fa. artus).
5 Werktage nach Probeneingang
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