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Diabetes insipidus renalis (NDI) [N25.1]

OMIM-Nummer: 304800, 300538 (AVPR2)

Dr. rer. nat. Karin Mayer

 

Wissenschaftlicher Hintergrund

Beim nephrogenen Diabetes insipidus (NDI) kann durch das Nichtansprechen der Nierentubuli auf antidiuretisches Hormon (ADH) der Urin nicht konzentriert werden. Symptome sind Polyurie, Polydipsie, Fieber, Obstipation und akute hypernatriämische Dehydratation nach der Geburt, die zu neurologischen Störungen führen kann. Das tägliche Urin-Volumen kann bei nichtbehandelten Kindern 10 Liter überschreiten. Die zu geringe Osmolarität des Urins lässt sich durch Gabe von ADH nicht korrigieren. Die Prävalenz bei Neugeborenen wird mit 8,8:1.000.000 Knaben angegeben. Neben ausreichender Wasserzufuhr wird eine salz-, kalium- und eiweißarme Diät empfohlen, sowie die Gabe von Thiazid-Diuretika zusammen mit anti-inflammatorischen, nicht-steroidalen Medikamenten wie Amilorid und/oder Indometacin.

NDI wird in 90% der Fälle X-chromosomal vererbt. Ursache sind Mutationen im AVPR2-Gen auf Xq28, das für den Vasopressin V2-Rezeptor von ADH kodiert. Über AVPR2 steigert ADH die Wasserpermeabilität der basolateralen Membran der renalen Tubuluszellen. Bisher sind über 200 Mutationen in allen 3 kodierenden Exons und der 3’-untranslatierten Region des AVPR2-Gens beschrieben. Die X-chromosomale Form manifestiert sich klinisch nur im männlichen Geschlecht, einige heterozygote Überträgerinnen haben aber wegen der variablen X-Inaktivierung mild ausgeprägte Symptome des NDI. Mittels Sequenzanalyse des AVPR2-Gens werden 95% aller Mutationen bei X-chromosomalem NDI erfasst. In 10% der Patienten liegt eine Mutation im AQP2-Gen vor, das für Aquaporin-2 codiert, einen Vasopressin-sensitiven Wasserkanal der Nierentubuli. APQ2-Mutationen können sowohl autosomal-rezessiv (9%) als auch autosomal-dominant (1%) vererbt werden.

Indikation

V.a. und DD nephrogener Diabetes insipidus, Polyurie, Polydipsie, hypernatriämische Dehydratation

 

Anforderung

 

 

Ü-Schein Muster 10 mit folgenden Angaben

  • Ausnahmekennziffer: 32010 
  • Diagnose/Verdachtsdiagnose: Diabetes insipidus renalis (ICD-10 Code: [N25.1]
  • Auftrag: Mutationssuche AVPR2-Gen

Schriftliche Einwilligungserklärung gemäß GenDG erforderlich

 

Material

1 ml EDTA-Blut

 

Methode

Aus genomischer DNA werden alle drei kodierenden Exons sowie die 3’-untranslatierte Region des AVPR2-Gens einschließlich der Intron/Exon-Spleissstellen amplifiziert und sequenziert.

Dauer der Untersuchung

3 Wochen

 

Kosten

auf Anfrage

 

Literatur

Spanakis et al, J Cell Physiol 217:605 (2008) / Fujiwara et Bichet, J Am Soc Nephrol 16: 2836 (2005) / Mizuno et al, Horm Res 59: 297 (2003) / Arthus et al, J Am Soc Nephrol 11:1044 (2000) / Pan et al, Nat Genet 2: 103 (1992)

 

 
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 aktualisiert am:  24.09.12