Dipl. - Biol. Birgit Busse
Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählen zu den häufigsten Erkrankungen in der westlichen Welt. Eine Diagnosestellung wird oftmals durch die Heterogenität der Symptome erschwert. Die Ursachen können durch Stoffwechseldefekte bedingt sein oder auf immunologischen Reaktionen beruhen. Eine molekulargenetische Untersuchung dient dem Nachweis einer genetisch bedingten Nahrungsmittelunverträglichkeit und damit der Verifizierung der Verdachtsdiagnose.
Enzymopathien
Bei einigen Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen Mutationen oder Polymorphismen im Gen des am Stoffwechsel beteiligten Enzyms zu einer herabgesetzten oder fehlenden Enzymaktivität (Enzymopathie). Dadurch ist der Abbau bestimmter Nahrungsmittelbestandteile beeinträchtigt und es treten Unverträglichkeitsreaktionen auf.
Bekannte Beispiele für genetisch bedingte Enzym-Defizienzen sind u.a.
Lactose-Intoleranz
Fructose-Intoleranz
Alkohol-Intoleranz
Favismus
Immunologisch bedingte Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Autoimmun-bedingte Nahrungsmittelunverträglichkeit
Zöliakie
Nahrungsmittelallergien
Nahrungsmittelallergien sind immunologische Reaktionen des Körpers auf die Exposition mit einem Allergen. Dabei werden Antikörper gegen das Allergen gebildet, die eine allergische Reaktion auslösen. Das Spektrum der Symptome reicht von Juckreiz, Auschlägen, Atemnot bis hin zum anaphylaktischem Schock. Nüsse, Milchzucker und bestimmte Pflanzenstoffe sind häufige Auslöser von Allergien. Die Abklärung erfolgt über einen Allergietest (z.B. Prick-Test).
Literatur:
Zopf et al, Deutsches Ärzteblatt 106:359 (2009)
Patienteninformation Lactose-Intoleranz
Patienteninformation Fructose-Intoleranz
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